Zweiflügler

Abrachyglossum capitatum (Loew, 1847) (RLB 0) für Bayern wiederentdeckt. Mitgeteilt von Gisela Merkel-Wallner am 25.03.2020.

Abrachyglossum capitatum (Diptera: Conopidae) wird in der Roten Liste Bayern (K. v.d. Dunk, 2003) als ausgestorben oder verschollen geführt. Nach v.d. Dunk (1994) wurde der letzte Nachweis aus Bayern 1982 bei Hemhofen erbracht. Es sind auch seitdem keine weiteren Nachweise dieser Art aus Bayern bekannt geworden, auch wenn aus anderen Bereichen Deutschlands aktuelle Funde gemeldet sind. Nach Kormann (2002) ist die Art im Süden Mitteleuropas vereinzelt in der Nähe von Wäldern, auf Wiesen und Wegrändern auf Doldenblütlern anzutreffen. Nun wurde ein Weibchen in einer aufgelassenen Sandgrube mittels Malaisefalle gefangen. Die Falle stand am Rand eines Pioniergehölzes im Fangzeitraum 29.6.-27.7.2019. Der Fundort befindet sich nahe Schachendorf im Landkreis Cham, TK 6842/1; GKK x: 4551723, y: 5448098; Höhe 445 m.

Literatur: Kormann, K. 2002: Schwebfliegen und Blasenkopffliegen Mitteleuropas. Fauna Verlag, Nottuln.  Dunk, K. v.d. (1994): Zweiflügler aus Bayern III. Entomofauna 15, Heft 40, S. 457-468. Dunk, v.d., K. 2003: Rote Liste gefährdeter Dickkopffliegen (Diptera: Conopidae) Bayerns. Rote Liste gefährdeter Tiere Bayerns, Bayerisches Landesamt für Umwelt.  Zitiervorschlag: Merkel-Wallner, G. 2020: Abrachyglossum capitatum (Loew, 1847) (RLB 0) für Bayern wiederentdeckt. Faunistische Mitteilung, Arbeitsgemeinschaft bayerischer Entomologen, website:abe-entomofaunistik.org [25.03.2020]

 

Korrektur zum Artikel „Waffenfliegen und Holz-Waffenfliegen in Ostbayern“ mitgeteilt von Gisela Merkel-Wallner am 17.3.2016

In dem o.g. Artikel, erschienen in „Beiträge zur bayerischen Entomofaunistik Heft 15“ wurden einige Daten von Zabrachia minutissima (Zett.) falsch zugeordnet. Nachfolgend die korrigierten Nachweise, zu denen gesicherte Belege vorliegen.

Zabrachia minutissima (Zetterstedt, 1838): Von dieser Art liegen nur Nachweise aus dem Hinteren Bayerischen Wald vor in Höhenlagen zwischen 540m (Oberkreuzberg/Rehberg, TK 7146/1) und 850m (Waldwiese bei Mauth, TK 7047/4). Die Nachweise stammen aus den Jahren 2008 und 2010. Die Larven von Zabrachia minutissima leben in Totholz von Nadelhölzern, wo sie Gänge von xylobionten Käfern besiedeln und von deren Exkrementen leben. An allen Nachweisorten sind Fichtenforste in der unmittelbaren Umgebung.

Daten: Waldwiese bei Mauth (TK 7047/4), A.vii.2010, 1w. Großer Filz nördl. Riedelhütte (7046/3) A.vi. 2008, 1w, E.vi. 2008, 2w, M.vii.2008 ,6. Großer Filz östl. Riedelhütte (7046/4) A.vi. 2008, 2w, E.vi. 2008, 4w. Rehberg westl. Großarmschlag (7146/1) E.vi. 2008, 1w

Bei den fälschlich der Gundelau (TK 7243) und der Sandgrube Eschlbach (7440) zugeordneten Nachweisen handelt es sich um Pachygaster leachii. Diese Art ist in der Arbeit bereits an allen Fundorten aufgeführt.

Literatur: Merkel-Wallner, G. 2015: Waffenfliegen und Holz-Waffenfliegen in Ostbayern (Insecta: Diptera: Stratiomyidae, Xylomyidae). Beiträge zur bayerischen Entomofaunistik 15: 11–28.   Zitiervorschlag: Merkel-Wallner, G. 2016: Korrektur zum Artikel „Waffenfliegen und Holz-Waffenfliegen in Ostbayern“? Faunistische Mitteilung, Arbeitsgemeinschaft bayerischer Entomologen, website abe-entomofaunistik.org [17.03.2016]